
Die NSDAP-Ortsgruppe Liechtenstein wurde 1934 gegründet, um in Liechtenstein lebende deutsche Staatsbürger (Reichsdeutsche) im Sinne des Nationalsozialismus zu organisieren. Sie unterstand der NSDAP-Auslandsorganisation und war direkt der Landesgruppe Schweiz angegliedert. Ihr Ziel war die ideologische Gleichschaltung der deutschen Kolonie im Fürstentum sowie die Verbreitung NS-Propaganda. Mit der Zeit stiegen die Mitgliederzahlen von anfangs wenigen Personen auf etwa 60 bis 80 aktive Nationalsozialisten an. Zu den Aktivitäten gehörten regelmässige Appelle, Schulungsabende sowie die Überwachung der im Land lebenden Deutschen. Die Ortsgruppe arbeitete eng mit anderen NS-Organisationen zusammen, bewahrte jedoch eine klare Trennung zur einheimischen Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein (VDBL).
Die liechtensteinische Regierung duldete die Gruppe aus Rücksicht auf das Deutsche Reich, beobachtete sie aber aufgrund potenzieller Souveränitätsverletzungen misstrauisch. Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Mitglieder der Ortsgruppe auch als wichtige Informationsquelle für deutsche Behörden und Geheimdienste. Trotz ihrer intensiven Propaganda blieb die direkte politische Einflussnahme auf die liechtensteinische Innenpolitik aufgrund der strengen Ausländerbeschränkungen begrenzt. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes im Jahr 1945 wurde die Ortsgruppe aufgelöst und die führenden Funktionäre teilweise des Landes verwiesen.



