
Stefanie Hablützel redet wieder mit mir:
Nachdem vor einem Jahr die Existenz eines nationalsozialistischen Denkmals auf einem Churer Friedhof durch die Recherchen von Stefanie Hablützel publik wurde, sorgt der aktuelle Umgang mit diesem Erbe für heftige Kontroversen.
Obwohl der Wille zur Aufklärung anfangs gross schien, lehnte das Stadtparlament eine umfassende historische Untersuchung zunächst ab. Stattdessen sollte eine Informationstafel installiert werden, die nun von Fachleuten und Politiker*innen scharf kritisiert wird. Die Kritiker werfen der Stadt vor, den NS-Kontext zu bagatellisieren und die Rolle der damaligen Stadtbehörden auszublenden. Während Experten die Tafel als lückenhaft bezeichnen, rechtfertigt sich die Stadt mit dem Verweis auf die beauftragten Historiker, in deren Arbeit man sich nicht habe einmischen wollen.
So wird der Nazi-Stein nun zum Politikum, das die Frage aufwirft, wie eine angemessene Erinnerungskultur in der Gegenwart aussehen muss.



