Der Nazi-Stein in Chur, Teil 1 und 2

Stefanie Hablützel deckt auf und redet mit mir:

Mitten in der Bündner Kantonshauptstadt Chur befindet sich auf dem Daleu-Friedhof ein bis heute weitgehend unbeachtetes nationalsozialistisches Denkmal, das 1938 in Form eines Mini-Mausoleums errichtet wurde. Ursprünglich als Gedenkstätte für deutsche Soldaten des Ersten Weltkriegs getarnt, diente der Bau dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor allem dazu, NS-Propaganda in der Schweiz zu verbreiten.

Die Recherche von «Zeitblende» und SRF Investigativ zeigt auf, dass die Schweizer Behörden den Nationalsozialisten damals freien Lauf liessen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Aufarbeitung jahrzehntelang gemieden, sodass das Bauwerk fast vergessen mitten in der Stadt stehen blieb. Erst jetzt wird das Ausmass der damaligen NS-Präsenz wieder bewusst.

Die Reportage von Stefanie Hablützel hat die Debatte nun neu entfacht und den amtierenden Stadtpräsidenten in Zugzwang gebracht. Dieser steht vor dem Problem, dass die Vergangenheit die Stadt Chur nun mit voller Härte einholt. Letztlich stellt sich für die Verantwortlichen die Frage, was mit dem Stein geschehen soll.

    Links