
392 Seiten, 57 Abbildungen s/w
ISBN 978-3-0340-1637-7
«Ich gelobe, dem Führer Adolf Hitler treu und selbstlos zu dienen.» Bis 1945 schworen über 2500 deutsche Kinder und Jugendliche in der Schweiz ihren Eid auf den Führer des nationalsozialistischen Deutschlands. Sie waren Mitglieder der Reichsdeutschen Jugend in der Schweiz, eines Ablegers der Hitler-Jugend. Bis zum 1. Mai 1945 tolerierten die Schweizer Behörden die Aktivitäten der Reichsdeutschen Jugend. Nach deren Verbot wurden der Landesjugendführer und andere fanatische Nazis aus der Schweiz ausgewiesen.
Zu Beginn der 1930er-Jahre entstanden in der Schweiz parallel zu NSDAP-Ortsgruppen die ersten Standorte der Hitler-Jugend. Ziel der deutschen Hitler-Jugend war es, alle im Ausland lebenden «reichsdeutschen Jungen und Mädel» unter ihrer Fahne zu vereinigen. Dafür baute man bis 1943 knapp fünfzig Standorte der Reichsdeutschen Jugend in der Schweiz auf. Die Kinder und Jugendlichen unterstanden hiesigen Hitler-Jugend-Führern, die vom Auslandsamt der Reichsjugendführung in Berlin angeleitet wurden. Die Tätigkeit der Reichsdeutschen Jugend unterschied sich nicht von der der Hitler-Jugend in Deutschland: Heimabende mit weltanschaulicher Schulung, Sport, Fahrten und Lager prägten den Dienst.
Ich zeichne die Entstehung, den Aufbau und die Organisation der Reichsdeutschen Jugend in der Schweiz nach und zeige auf, wie diese nationalsozialistische Jugendorganisation während fünfzehn Jahren nahezu unbehelligt ihrer Arbeit nachgehen konnte – eine Arbeit, die das Ziel hatte, junge Menschen in der Schweiz zu einsatzbereiten Kämpfern für die Ideen Hitlers zu machen und sie der nationalsozialistischen Bewegung zuzuführen.
«Martin J. Bucher gelingt dank sehr gründlicher Quellenarbeit sowie einer detaillierten Analyse eine überzeugende Darstellung der RDJ. Sein transnationaler Fokus erweist sich für auf die Schweizer Geschichte einmal mehr als wertvoll, da deutlich gemacht wird, wie das NS-Regime auch grenzüberschreitend versuchte, Einfluss auf die eigene Jugend zu nehmen.
Moritz Faist, SZG 73/1(2023)
Insgesamt legt Martin J. Bucher ein lesenswertes Werk vor und schliesst damit eine weitere Forschungslücke in der Schweizer Zeitgeschichte.»



